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10 gute Gründe, Wales zu lieben

Schlösser und Burgen - Lebendige Geschichte

Burgen und Schlösser sind in Wales buchstäblich zum Greifen nah, denn nirgendwo sonst auf der Welt ist die Dichte an mittelalterlichen Gemäuern höher als hier. Über 600 trutzige Bauten säumen die Küste, thronen auf Felsen oder spiegeln inmitten der Städte die lange und bewegte Geschichte. Von der malerischen Ruine, die der Fantasie Flügel verleiht, bis zum Prachtbau des viktorianischen Zeitalters spannt sich der Bogen der architektonischen Vielfalt. Die Bauten zeugen von 2.000 Jahren Historie, von mutigen Kämpfen, trotziger Abwehr und der Verbundenheit zur Heimat.

Inmitten weiter Wiesen fängt das Auge die Rundtürme der Burg Raglan ein. Hier scheiterte Oliver Cromwell einst an der Bürgerwehr. Heute sind die romantischen Ruinen ein beliebter Treffpunkt und Geschichtsinteressierte sind hier ebenso anzutreffen wie Bowl-Spieler. Durch die viktorianischen Gärten von Laugharne Castle zu streifen, ist Erholung und Inspiration zugleich. Kaum zu glauben, dass in dieser Idylle einst während des Bürgerkriegs erbitterte Kämpfe tobten. Caerphill Castle ist die größte walisische Burganlage. Nicht nur von Außen hat sich das Bauwerk aus dem 13. Jahrhundert gut gehalten, auch die Räumlichkeiten können sich sehen lassen.


Nationalparks: Wales aus dem Bilderbuch

Wales ist ein Land der Gebirge, Moore und Wiesen, kurzum ein Paradies für Naturliebhaber. Die atemberaubende Landschaft wird in drei Nationalparks geschützt und Besuchern zugänglich gemacht. Schier endlos ist die Natur im Snowdonia-Nationalpark. Das Areal wurde im Jahre 1951 seiner Bestimmung übergeben. Rund um den Snowdon, dem höchsten walisischen Berg, sind regelmäßig Wanderer anzutreffen, welche den Snowdon Mountain Railway bewältigen, um die Aussicht vom 1.085 Meter hohen Gipfel zu genießen. Den Nationalpark beleben 26.000 Einwohner, welche hier Landwirtschaft betreiben.

Von Leben erfüllt ist auch der Brecon Beacons Nationalpark. Die Natur ist hier noch in Ordnung und Ponys und Schafe grasen auf den Hochmooren. In den Tälern sind seltene Vogelarten heimisch und die glasklaren Seen und Bäche sind besonders fischreich. Entlang des 100 Meilen umfassenden "Beacons Way" gibt es vieles zu entdecken. Eine Dinosaurierausstellung entführt in die Vergangenheit. Ebenso können Besucher keltischen und steinzeitlichen Spuren folgen und dem "Wasserfall des Schnees" begegnen. Das Meer spielt die Hauptrolle im Pembrokeshire-Coast-Nationalpark. Steile Klippen stürzen sich ins Meer und in den Felswänden haben Millionen Seevögel das Paradies gefunden. Vor der Insel Ramsey nutzen Surfer und Kajakfahrer die unabhängig von Ebbe und Flut auftretende Gezeitenwelle.


Sprache: Mit Stolz nach Morgen getragen

Dem Besucher wird auf den ersten Blick bewusst, Walisisch ist nicht von Gestern. Die alte keltische Sprache ist fester Teil der nationalen Identität und wird von einem Großteil der Bevölkerung noch fließend gesprochen. In Nordwales ist Walisisch Muttersprache und wird von 70% der Bevölkerung beherrscht. BBC Wales geht neben Englisch auch auf Walisisch auf Sendung und auch an der Zweisprachigkeit der Straßenschilder wird die Präsens der Sprache deutlich. Wer Wales besucht, wird dennoch keine Verständigungsprobleme bekommen, denn Englisch wird beinahe von jedem Waliser beherrscht.

Seit 1993 stehen die englische und die walisische Sprache in Wales auf einer Stufe. Dies begründet nicht nur die Zweisprachigkeit der Orts- und Hinweisschilder, sondern auch an Schulen und Universitäten kann die Sprache offiziell Verwendung finden. Das keltische Erbe ist in Wales weithin lebendig und gestaltet den Besuch besonders authentisch. Jährlich feiern die Waliser ihre Sprache und Kultur beim "Eisteddfodau", einem Festival der walisischen Dichtung und Musik. Besucher verzweifeln an Ortsbezeichnungen wie Llanarmon-Dyffryn-Ceiriog oder Pontrhydfendigaid und spüren doch, sie sind mittendrin im walisischen Alltag und lernen Land und Leute ganz unverfälscht kennen.


Rugby: Der Nationalsport

Was dem Deutschen der Fußball, ist dem Waliser Rugby. Bereits Mitte des 19. Jahrhunderts wurden die ersten Spiele ausgetragen. Der Begründer der Rugby-Leidenschaft in Wales war der Vizerektor des St. Davids College in Lampeter. Da bekanntlich kein Meister vom Himmel fällt, endete das erste Rugby Match der walisischen Sportgeschichte gegen England mit einer deutlichen Niederlage. Doch dies tat der Begeisterung keinen Abbruch und die Waliser lernten schnell dazu. 1893 ging die Mannschaft als Sieger aus den British Championships hervor. Weitere Siege folgten und 1911 schafften die Waliser ihren ersten Grand Slam.

Heute zählt das walisische Rugby-Team zu den besten Mannschaften weltweit. Die Spiele werden im Millennium Stadium in Cardiff ausgetragen. Die zur Rugby-Weltmeisterschaft 1999 neu erbaute Anlage fasst 74.500 Zuschauer. Meist treten die "Roten Drachen" vor ausverkauftem Hause an. Bislang konnte die Qualifikation für jede Rugby-WM erzielt werden. Beim Traditions-Turnier Six Nations ging Wales mehr als 30 Mal als Sieger hervor und schaffte neun Grand Slams.


Cardiff: Die junge Hauptstadt

Cardiff vereint in seinen Mauern eine lange und bewegte Geschichte und ist doch so jung wie kaum eine zweite Metropole. Die jüngste Hauptstadt Europas beherbergt 346.000 Menschen. Besiedlungsspuren reichen bis in vorchristliche Zeit zurück. Nachdem die Römer bis zum 4. Jahrhundert in Cardiff ihre Spuren hinterließen, verlieren sich die folgenden Jahrhunderte in der Geschichte. Wilhelm der Eroberer ging 1081 in die Geschichtsbücher ein, als er auf dem Ortsgebiet eine Burg erbauten ließ. Ende des 19. Jahrhunderts öffnete eine Universität ihre Pforten und 1905 erhielt das "neue" Cardiff die Stadtrechte. Auf Grund seiner günstigen Infrastruktur wurde Cardiff 1955 zur walisischen Hauptstadt erklärt.

Heute treffen in Cardiff Historie und Moderne aufeinander. Die historischen Bauten stehen in lebendigem Kontrast zur Musik- und Kneipenszene und den zahlreichen Studenten, welche das Bild beleben. Der industriellen Mittelpunkt von Wales bildet eine florierende Kraftfahrzeug- oder Maschinenbauindustrie und auch der Tourismus ist auf dem Vormarsch. Besucher schätzen das lebendige Flair der Stadt und die Möglichkeiten, Historisches mit modernem Zeitgeist zu vereinen. Cardiff ist durchweg sympathisch, eine beliebte Einkaufsstadt und ein lebendiger Spiegel walisischer Kunst und Kultur.


Die Männerchöre: Unterhaltung wie zu Fürstenzeiten

Wales ist eine Nation von Sängern und dies kommt nicht von ungefähr. Denn bereits an den Fürstenhöfen war für Stimmung gesorgt. Die Barden aus keltischer Zeit genossen bei Hofe hohes Ansehen und galten als die ersten Repräsentanten eines singenden und klingenden Wales. Später griffen die Sänger zu Oboe, Leier oder Harfe. Von den fahrenden Musikanten wurden nicht nur Lieder dargebracht, sondern auch Neuigkeiten übermittelt. Mit der industriellen Revolution zog es aus Cornwall und Somerset vermehrt Familien in die Täler. Es entstanden kirchliche Versammlungsräume und die Sänger blieben nicht mehr allein, die Tradition des Chorgesangs in Wales war aus der Taufe gehoben. Manche Dorfchöre besaßen bis zu 200 Sänger.

Nach und nach gewannen die Männer die Oberhand in den Chören. Söhne folgten den Vätern nach und die Männerchöre traten in Wettstreit untereinander. Die schwere Arbeit in den Bergwerken wurde durch die Leichtigkeit der Musik kompensiert. Ab Mitte der 1950er Jahre wurde es schwieriger für die Chöre und es fehlte an Nachwuchs. Dennoch haben eine ganze Reihe an Chören überlebt und treten heute vornehmlich zu Wohltätigkeitszwecken auf. Die musikalischen Botschafter des Landes bringen Klassik, walisische Volkslieder oder Musicalmelodien zu Gehör.

Musik aus Wales ist auch eng mit einem in Pontypridd geborenen Staubsaugervertreter verbunden, welcher 1963 seine Gesangskariere begann und unter seinem Künstlernamen Tom Jones Weltruhm erlangte. Mit ihrer unverkennbaren Reibeisenstimme bereichert auch Bonnie Tyler die walisische Musiklandschaft. Mit Hymnen wie "Lost in France" oder "Total Eclipse of the Heart" eroberte sie die Hitparaden.


Der Rote Drache: Mehr als ein Nationalsymbol

Der Rote Drache beherrscht die walisische Nationalflagge, welche 1959 erstmals gehisst wurde und als Symbol für das neue Selbstbewusstsein der Waliser schlechthin steht. Der Drache entführt den Betrachter in das Reich der Mythen und Legenden und hin zu den Wurzeln der walisischen Kultur. Die Legende um den Roten Drachen ist zu Zeiten von König Artus angesiedelt. Der keltische Kriegsherr Vortigern zog sich auf der Flucht vor den Sachsen in die Berge des heutigen Snowdonia Nationalparks zurück. Er versuchte zu seinem Schutz einen Turm zu bauen, doch dies gelang im nicht.

Erst Merlin gab ihm den Rat, den Boden zu entwässern, damit die Steine Halt finden. Aus den Tiefen des Sumpfes tauchten ein Weißer und ein Roter Drache auf und bekämpfen sich. Merlin erklärte, der Rote Drache, welcher sich nicht unterkriegen ließ und immer wieder zum Angriff überging, stehe für die Zukunft des Landes. Die Briten erwiesen sich in ihrer Geschichte tatsächlich mutig und stark wie dieser Drache, der seit 1807 auf der walisischen Flagge verewigt wurde. Es gibt mehrere Versionen der walisischen Flagge, doch jede Flagge wird vom Roten Drachen beherrscht, aus dem das Selbstvertrauen einer ganzen Nation spricht.


Die Literatur: Historisch, mystisch, poetisch und spannend

Wales war im Laufe seiner Geschichte immer um eine eigene Kultur bemüht. So konnte sich auch eine eigenständische Literatur herausbilden. Ein beeindruckendes Zeugnis hierfür sind die Walisischen Triaden. Diese Manuskripte stammen aus dem 13. bis 17. Jahrhundert und werden in der Walisischen Nationalbibliothek aufbewahrt. Enthalten sind Merksprüche, die Historisches und Mystisches behandeln.

Stellvertretend für die walisische Literatur steht auch Dylan Thomas. Der wohl bekannteste walisische Autor trug seine Gedichte und Kurzgeschichten häufig auch selbst vor. Vorwiegend Kinderbücher stammen aus der Feder von Philip Pullman. Der in Nordwales lebende Autor verfasste auch Theaterstücke. Seine Trilogie "His Dark Materials" wurde im Jahre 2007 verfilmt. Dannie Abse wurde in Cardiff geboren und seine Werke wurden mehrfach prämiert. Der berühmteste walisische Autor ist wohl mit Abstand Ken Follett. Romane wie "Die Säulen der Erde" oder "Die Tore der Welt" werden weltweit von Leseratten jeden Alters geradezu verschlungen.


Die Küche: Herzhaft, Lecker, Traditionell

Auch in den Töpfen und Pfannen treffen in Wales Tradition und Moderne aufeinander. Einwanderer aus Italien oder dem arabischen Raum haben neue Facetten in die einfachen Traditionsgerichte gebracht und kulinarische Überraschungen sind nicht ausgeschlossen. Lauch ist in Wales vom Wurzelgemüse zum Statussymbol avanciert und wird mit verschiedenen historischen Aspekten verknüpft. In den Bergen und Tälern finden Schafe beste Bedingungen und das walisische Lammfleisch ist weithin bekannt. Auch aus dem Meer kommen die kulinarischen Spezialitäten in Wales. Besucher sollten sich an Laverbread, essbaren Algen, versuchen walisischen Kaviar probieren.

Schmackhafter Käse kommt nicht nur aus der Schweiz. Tintern, Peri Las oder Black Bomber sorgen für Abwechslung in der Käseglocke. Süffiges Bier darf in Wales auf keinem Tisch fehlen. Der Gerstensaft entsteht in einer großen Zahl an Privatbrauereien. Mit Stolz präsentiert Wales auch seine Weine. Diese reifen in mehr als 20 Weinanbaugebieten und konnten bereits zahlreiche Preise für sich verbuchen.


Der walisische Liebeslöffel: Souvenir und Liebesbotschaft

Wer ein Souvenir mit nach Hause nehmen möchte und zugleich eine Liebeserklärung an Wales sein Eigen nennen will, der greift zum walisischen Liebeslöffel. Was in vielen Souvenirhandlungen zu finden ist, besitzt eine lange Tradition, die bis in das 17. Jahrhundert zurückreicht. Um der Familie seiner Angebeteten handwerkliches Können und Geschick zu beweisen, machten sich die jungen Männer daran, einen Liebeslöffel herzustellen. Dies geschah aus einem Holzblock und verlangte Talent und Kunstfertigkeit. Diesen Verlobungsring der besonderen Art zierten verschiedene Symbole, die Liebe und Zusammengehörigkeit symbolisieren. So stehen der Anker für die Heimat, ein Schiff für die gemeinsame Reise durchs Leben oder die Kettenglieder für die Anzahl der gewünschten Kinderschar.